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LIFA Internationale Datenbank Licht in der Bildenden Kunst – Light in Fine Arts (LIFA)
Forschungsvorhaben von Prof. Bettina Catler-Pelz, Prof. Daniel Hausig, Prof. Dr. Michael Schwarz
Anlässlich des von der UNESCO für 2015 ausgerufenen Internationalen Jahrs des Lichts wird am xm:lab der HBKsaar eine Internationale Datenbank für Licht entwickelt und ein spezifisches Anforderungsprofil in hochschulübergreifenden Kolloquien erarbeitet. Licht als physisches Material und Medium der Bildenden Kunst hat in den letzten Jahren als Thema von Forschung, Lehre und künstlerischer Produktion stark an Bedeutung gewonnen. Diese Entwicklung hatte sich bereits mit der documenta III vor fünfzig Jahren angekündigt, als Künstler Bewegung, Veränderlichkeit und Wahrnehmung in ihren Werken thematisierten. Die künstlerischen Arbeiten der damaligen documenta korrespondierten wiederum mit den früheren Lichtexperimenten am Bauhaus. Heute, viele Jahrzehnte später, zeigt sich die Relevanz von Licht, als Material und Medium in Kunst und Design, durch eine wachsende Zahl an großangelegten, internationalen Übersichtsausstellungen, vielbeachteten Projekten im öffentlichen Raum sowie Wettbewerben, Auszeichnungen und Publikationen.
Die aktuelle Entwicklung der Thematik »Licht« stellt an die Lehre an einer Hochschule mit künstlerischem, kuratorischem oder wissenschaftlichem Schwerpunkt spezielle Anforderungen. Komplexe Informationen zu Licht im Kontext von Kunst und Design wollen gesammelt, verstanden sowie bewertet und für Lehre und Forschung transparent gemacht werden. Darüber hinaus benötigen modularisierte Studieninhalte und projektorientierte Lehrveranstaltungen kompakte, schnell abrufbare - und vor allem aktuelle Informationen. Hierzu entwickelt das Forschungsvorhaben LIFA einen neuen, integrativen Handlungsansatz.
LIFA soll als webbasierte Datenbank einen aktuellen Wissensstand über das Licht in der Bildenden Kunst erschließen. Die folgenden Maßnahmen sind anvisiert:
- Entwickeln einer Datenbankstruktur für die inhaltliche Bewertung und
Neuordnung lichtbasierter Arbeiten in der Bildenden Kunst
- Einsortieren von Werkabbildungen und Autorennamen zu unterschiedlichen
Schlagworten und Vergleichsabbildungen
- Einordnung von biografischen Informationen zu den erfassten Autorennamen
- Durchsicht und Einbettung von bereits veröffentlichten Lichtobjekten über
Bildlinks (»Embedding«, in Übereinstimmung zum EuGH vom 21. Oktober 2014)
- Entwickeln von Konzepten und Recherche in Zusammenarbeit mit anderen
wissenschaftlichen Kooperationen und Mitarbeitern des Archivs für
unterschiedliche Formen der Nutzung an geografisch unterschiedlichen
Standorten und Institutionen
- Erarbeitung von Richtlinien für die Benutzung des Archivs über Zugangs- und
Administrationsrechte
Mit dem LIFA Projekt sollen erkannte Probleme von lokal gebundenen Archiven, wie mangelnde Aktualität und Sichtbarkeit, aber auch ausgelaufene Refinanzierung von Personal und Infrastruktur, mittels technologiegestützter Vernetzung begegnet werden, um einen wesentlich umfassenderen, aktuellen, international orientierten Datenbestand zu erreichen. LIFA versteht sich als ein Projekt unter kooperierenden Institutionen und HochschullehrerInnen, die gemeinsam das Konzept für eine Infrastruktur zur Lichtforschung entwickeln und umsetzen. Lichtkünstlerische Positionen sollen nach wissenschaftlichen Standards erfasst, international vergleichbar und sichtbar gemacht werden. Sowohl die Relevanz von Licht im Œuvre von zeitgenössischen KünstlerInnen, wie auch die frühen, lichtkünstlerischen Pioniere des letzten Jahrhunderts sollen durch dieses Forschungsprojekt noch besser erkannt, vermittelt und im thematischen Zusammenhang bewertet werden können. Allen Kooperationspartnern soll der Datenbankzugang für Lehre, Forschung und Recherche zur Verfügung stehen. Ein Prototyp der nichtkommerziellen Plattform soll im November 2015 am xm:lab der Hochschule der Bildenden Künste Saar vorgestellt werden.
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